MUSIC IS BETTER
An einem wunderschönen Abend im Mai war ich mit meiner Familie auf dem Weg zu einem Konzert meiner Lieblingsband und fuhr durch das Regierungsviertel in Berlin-Mitte. Große, prächtige Gebäude für die Vertreter des Volkes, geplant in Zeiten, als Deutschland eine stolze Wirtschaftsnation war, als es dem Land, der Wirtschaft und seinen Menschen gut ging.
Errichtet in einer Zeit, in der Leistung etwas bedeutete, in der man das Gefühl hatte: Es geht voran. Mit Gebäuden, die man seinen Gästen gerne zeigte. „Schaut her“, sagte man dann, „hier arbeitet unsere Demokratie.“ Wir haben all das bezahlt. Mit unserer Arbeit und unserem Steuergeld. Nicht immer gern. Aber meist mit dem Gefühl: Es lohnt sich.
Und heute? … beginnt hinter diesen Fassaden eine andere Welt. Abgeschirmt. Klimatisiert. Durchorganisiert. Fahrdienste vor der Tür. Mitarbeiter für alles. Ein Apparat, der wächst und wächst. Mit Menschen, die sich Dinge ausdenken, die das Staatsvolk nicht mehr versteht. Mit Entscheidungen, die mit dem echten Leben oft nichts mehr zu tun haben. Mit einem Staat, der immer mehr nimmt, mehr reguliert, mehr und zu vieles dorthin verteilt, wo das eigene Volk nicht ist. Der trotz Rekordschulden immer weniger schafft.
Weniger Wachstum, weniger Vertrauen, weniger Perspektive. Vor allem für die, die dieses Land tragen: Die arbeiten, investieren, Risiken eingehen. Für die, die sich etwas aufbauen wollen, die einen Traum haben, zum Beispiel den Traum von den eigenen vier Wänden. Etwas, was ihnen immer schwerer gemacht wird. Nicht, weil es nicht möglich wäre. Sondern weil es offensichtlich nicht mehr gewollt ist. Zu teuer. Zu kompliziert. Zu viele Vorschriften. Zu wenig Unterstützung. Und während man draußen dennoch nicht aufgibt, wird drinnen weiter diskutiert, reguliert und umverteilt.
Da drinnen, dachte ich, hinter diesen Mauern, ist das eigentlich vor der Brandmauer? Dieser Mauer in den Köpfen der Menschen, die unsere Demokratie blockiert? Vor der sich die Etablierten eingerichtet haben, um die Konkurrenz von den Fleischtöpfen der Macht fernzuhalten? Sind da die Parteien, die das Geschäftsmodell Deutschlands mit einer fehlgeleiteten Energiepolitik demontiert haben? Die so einen Haushalt, so eine Krankenkassenreform beschließen? Die das Land verarmen, es in Schulden versinken lassen und das Volk wie selbstverständlich immer wieder ausnehmen? Das arbeitende Volk, das ihnen davonläuft, direkt in die Arme der „Schwefelpartei“ AfD, die in einigen Bundesländern scheinbar unaufhaltsam auf dem Weg zur absoluten Mehrheit ist?
Nur eine Stunde später sah ich fröhliche Menschen und blickte in glückliche Gesichter. „Music is better“ hallte es durch die Arena des Velodroms und fühlte sich an, wie die ehrlichste Antwort auf all diese Fragen.
Der Deutsche geht den Weg immer bis zum Ende der Sackgasse, heisst es. Das muss diesmal nicht sein: Richten Sie sich auf und geben Sie nicht auf. Dieses Land ist es immer noch wert.
Herzlich Ihr
Ernst-M. Ehrenkönig · CEO & Managing Partner