Neuausrichtung am Markt für Investment-Immobilien 

Kapital kehrt schrittweise zurück – nicht ausgelöst durch einen abrupten Wendepunkt, sondern durch kontinuierliche Rückbesinnung auf Substanz, Anlagedisziplin und langfristige Strategie.

Investitionsbereitschaft ist wieder vorhanden, allerdings deutlich selektiver und mit veränderten Erwartungshaltungen.

Family Offices und vermögende Privatinvestoren stellen weiterhin die zentrale Investorengruppe dar. Ihre langfristige Ausrichtung, höheren Eigenkapitalquoten und größere Entscheidungsflexibilität entsprechen den aktuellen Marktanforderungen.

Auch gewerbliche und institutionelle Investoren treten wieder verstärkt in den Markt ein – mit angepassten Strategien, defensiveren Annahmen und klar definierten Risikoparametern.

Internationale Investoren sind wieder präsenter. Insbesondere der Wohninvestmentmarkt und hier insbesondere Berlin, wird trotz gesetzlicher Regulierungen weiterhin als Standort mit stabilen Fundamentaldaten, im internationalen Vergleich moderaten Einstiegspreisen und langfristiger Wachstumsperspektive wahrgenommen.

Wertschöpfung entsteht zunehmend durch aktives Asset Management: Sanierungen, energetische Optimierungen, Repositionierungen und professionelles Mietmanagement. Der Markt honoriert aktive Steuerung und Umsetzungskompetenz deutlich stärker als passives Abwarten.

Da klassische Neubauprojekte weiterhin nur eingeschränkt realisierbar sind, rücken Bestandsimmobilien mit Entwicklungs- und Optimierungspotenzial in den Fokus. Repositionierungen, Nachverdichtungen und strukturelle Anpassungen ersetzen an vielen Stellen den Neubau und machen auch komplexe Assets wieder interessant.

Parallel dazu belebt sich das Interesse an Baugrundstücken für den Wohnungsneubau erneut. Auch wenn die Exit-Szenarien weiterhin sorgfältig überlegt werden müssen, schafft die zunehmende Stabilität im Zinsumfeld mehr Planungssicherheit und eröffnet erste Einstiegsmöglichkeiten auch für die mittel- bis langfristige Umsetzung.

Statt spekulativer Ansätze prägen höhere Eigenkapitalquoten, längere Haltedauern und nüchtern-realistische Renditeziele die Investitionsentscheidungen. Analytische Präzision, belastbare Cashflows und nachhaltige Wertschöpfung stehen klar im Vordergrund.

Ausblick 2026

Der neue Zyklus hat begonnen. Nach der Bodenbildung befindet sich der Markt aktuell in einer Seitwärtsbewegung. Für das Jahr 2026 ist eine Fortsetzung dieser Entwicklung zu erwarten; größere Ausschläge – weder nach unten noch nach oben – erscheinen derzeit unwahrscheinlich.

Banken werden – selektiv und mit klaren Anforderungen an Struktur, Cashflow-Qualität und Eigenkapital – wieder Finanzierungen anbieten. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass etliche noch laufende Darlehen nicht zurückgeführt oder prolongiert werden.

Vor diesem Hintergrund dürften wir im Jahr 2026 auch einige Insolvenzen und Restrukturierungen erleben – nicht als Ausprägung eines systemischen Risikos, sondern als Marktbereinigung mit neuen Opportunitäten für gut kapitalisierte und professionell aufgestellte Investoren.


Delano Kyles · CEO & Managing Partner

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