Expo Real 2025 – Zwischen Ernüchterung und Aufbruch
Mit rund 42.000 Teilnehmern aus über 70 Ländern und mehr als 1.700 Ausstellern aus 34 Nationen war die Expo Real 2025 ähnlich stark besucht wie im Vorjahr – und wirkte dennoch deutlich ruhiger. Für mich war es bereits die zehnte Expo Real – selten war die Stimmung so verhalten, zugleich aber auch so ‚realistisch‘.
In den Jahren 2022 und 2023 herrschte noch spürbarer Optimismus: Viele gingen davon aus, dass sich das Zins- und Finanzierungsumfeld bald wieder „normalisieren“ würde. 2024 war diese Hoffnung bereits gedämpft – doch immerhin bestand Einigkeit, dass der Boden erreicht sei und Banken wieder stärker auf Neugeschäft setzten.
2025 hingegen war geprägt von Ernüchterung. Den meisten Marktteilnehmern ist inzwischen bewusst, dass die Ära der Niedrigzinsen endgültig vorbei ist – und dass sich die aktuellen Herausforderungen nur mit aktiver Gestaltung bewältigen lassen.
Ich sah in Gesichter, die verstanden haben, dass sich etwas verändert hat – vielleicht aber noch nicht, wie tiefgreifend der Wandel wirklich ist.
Zwar scheint die Bodenbildung in einigen Assetklassen erreicht, doch längst nicht in allen. Der Markt bewegt sich seitwärts – mit Unsicherheiten, aber auch mit neuen Chancen und einem vorsichtigen Maß an Zuversicht.
Ein zentrales Thema war der Wohnungsmarkt:
Laut aktuellen Berechnungen fehlen in Deutschland rund 1,2 Millionen Wohnungen – eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Die entscheidende Frage bleibt: Wie kann dieser enorme Nachfrageüberhang überhaupt gedeckt werden?
Gefragt sind bezahlbarer Wohnraum, innovative Baukonzepte und flexible Nutzungsansätze für Bestandsimmobilien.
Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven:
Internationale Investoren, die schon vor der Hochphase an den deutschen Markt glaubten, sind zurück – sie handeln antizyklisch und sehen gerade jetzt attraktive Einstiegsmöglichkeiten.
Auch viele erfahrene Marktakteure aus dem letzten Zyklus nutzen ihr Wissen und ihre Netzwerke, um neue Unternehmen zu gründen, klare Strategien zu entwickeln und sich im veränderten Umfeld zu positionieren. Rückschläge schrecken hier nicht ab – sie motivieren.
Statt mich von einigen freundlich-ernüchternden Gesprächen entmutigen zu lassen, habe ich viele wertvolle Impulse mitgenommen. Die Devise kann nur lauten: Aktiv managen statt abwarten.
Und eines gilt nach wie vor: Wer nur Probleme sieht, übersieht die Chancen, die in ihnen stecken. Herausforderungen sind immer eine Einladung, zu lernen, sich anzupassen und gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen.
Delano Kyles · CEO & Managing Partner
