WAS UNS AUSMACHT
„Wenn je Aliens auf der Erde landen und zu Recht beschließen, diesen grausamen nackten Affen hier ein Ende zu setzen, dann wird es nur zwei Dinge geben, die sie davon abhalten: die Kompositionen von Bach und Beethoven.“ – las ich und musste lachen.
Und dennoch: Als wirtschaftlich stärkste Nation im Herzen Europas ist Deutschland auch ein tragender Pfeiler seiner kulturellen Identität. Unsere Kulturgeschichte, der schöpferische Geist von Komponisten, Dichtern, Denkern und Ingenieuren könnten das Band sein, das Europa zusammenhält. Es ist die Zeit gekommen, einige grundlegende Fragen ehrlich zu beantworten:
Wofür stehen wir? Was macht uns aus? Warum ist es so wichtig, dass wir unser Selbstbewusstsein wiederfinden?
Hinter uns liegen 10 Jahre naiv-desaströse Migrationspolitik. Einwanderung in die Sozialsysteme, soziale Wohltaten „en masse“ und drei Jahre Rezession: Das kann nicht funktionieren. Wir haben uns nicht nur vollends überfordert, das „Offen für alle“ hat Deutschland auch klein gemacht. Zu viele junge Männer, die sich hier ein besseres Leben erhoffen, bringen auch vollkommen andere, kulturell-religiös geprägte Ansichten über Frauen, Religion und persönliche Freiheit mit.
Als wir Schutz gewährten, gab es kein Handbuch „Was Deutschland jetzt von dir verlangt“ oder ähnlich. Stattdessen Massenunterkünfte mit Rundumversorgung, aber keine Arbeit. Für manche eine Steilvorlage für schlechtes Benehmen oder kriminelles Verhalten. Kein Wunder, dass wir immer wieder als einfältig und schwach wahrgenommen, unsere Gastfreundschaft missbraucht wurde.
„Wir bekommen Menschen geschenkt“, jubelten 2015 die einen, Antisemiten“, dachten die anderen, die vorher nicht gefragt wurden, ob sie Einwanderung in diesem Umfang überhaupt gut finden. Nicht jeder will eine zwangssolidarische, aufgenötigt vielfältige Gesellschaft, die er mit harter Arbeit miternähren muss und wählt daher, wenn er sich längere Zeit nicht gehört fühlt, heute AfD.
Vor dieser Schwefelpartei aber steht die Brandmauer und täglich höre ich die Hysterie in den Aussagen der Politiker. Der Hype dient mittlerweile weniger der guten Sache als dem eigenen Machterhalt der Empörten. Nicht allzu klug, den 10 Millionen AfD-Wählern den Bären aufzubinden, sie seien Nazis. Riskiert man doch, dass sie es irgendwann glauben und am Ende denken, die Nazis, die waren doch gar nicht so schlimm. Wir wissen, das waren sie.
80 Jahre nach Kriegsende leben so gut wie keine persönlich Schuldigen mehr. Was geblieben ist, ist große Verantwortung und das ist gut so. Geblieben ist aber auch die Sehnsucht vieler Menschen nach Heimat, nach Sicherheit und Identität, unabhängig davon, dass viele Zugewanderte in den letzten Jahren im besten Sinne des Wortes „angekommen“ sind. Gute, fleißige Menschen, in manchen Branchen unersetzbar, identifizieren sich mit unseren Werten. Dankbar und stolz zugleich können wir dafür sein, denn wir haben das ermöglicht. Das ist ein guter Zeitpunkt, die eigene Herabwürdigung zu beenden. Und mehr Kinder mit mehr Liebe zur deutschen Kultur großzuziehen – sonst droht eine Zukunft, in der Goethe, Heine oder Kafka nur noch in den Geschichtsbüchern existieren. Dann würden im Berliner Dom, in der Dresdner Frauenkirche und in der Thomaskirche von Leipzig keine „Matthäuspassion“ und kein „Freude schöner Götterfunken“ mehr erklingen, das Universum würde zwei große Stimmen weniger haben, die es erhellen.
Selbstbewusst die eigene Kultur bewahren, ich kenne kein Land, dass es anders machen wollte. Und ohne ein selbstbewusstes Deutschland wäre Europa wohl verloren.
In diesem Sinne
Ernst-M. Ehrenkönig · CEO & Managing Partner
